Der Herzinfarkt

Bereits Tage vor einem Infarkt klagt mancher über Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Leistungsab-fall und Unwohlsein. In unterschiedlichen Ausmaßen und Altersstufen möglich, kommt es dann scheinbar aus heiterem Himmel zu heftigen Schmerzen in der Brust und im linken Arm, manchmal auch im Hals-, Schulter-, Kiefer-, Bauch- bzw. Rückenbereich. Was bei Männern in beschriebenem Maße oft typisch ab-läuft, stellt sich bei Frauen nicht selten unspezifischer dar und zwar oft nur als unkalre Bauch- / Brust- und Rückenbeschwerden. Was passiert dabei? Eine akute Durchblutungsstörung in einer Herzkranzar-terie verhindert die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels und verursacht diese heftigen Schmerzen, welche das kranke Herz nicht sehr lange aushält. Akute Atemnot, Schwitzen, Übelkeit, das typische Engegefühl mit Todesangst gehen oft mit Blutdruckabfall, Herzrasen, Blässe und Herzrhythmusstörun-gen - also mit akuter Lebensgefahr einher. Der wache Notfallpatient muss mit aufgerichtetem Oberkör-per entspannt gelagert und überwacht werden. Beengende Kleidungsstücke werden entfernt und sofort muss der Notruf 112 veranlasst werden. Ggf. soll der Patient das für diesen Moment von seinem Arzt verordnete Medikament einnehmen. Medikamente darf aber nur verabreichen, wer dafür ausgebildet oder geschult ist.

Längst bekannte Risikofaktoren

für Schlaganfall und Herzinfarkt:

 

- hoher Blutdruck

- Rauchen

- zu hohe Blutfettwerte = Fehlernährung

- Bewegungsmangel

- fehlendes Gesundheits- und Risikobewußtsein

- fehlende ärztliche Kontrolle

- Stress, bzw. unzureichendes Stressmanagement

(= Stress ist nicht immer vermeidbar, aber den richtigen Umgang damit kann man erlernen und üben)

Verliert der Patient jedoch das Bewußtsein, muss nach dem Überstrecken des Kopfes zum Freimachen der Atemwege durch Hören, Sehen und Fühlen seine Atmung überprüft werden. Atmet er, so wird er in die stabile Seitenlagerung gebracht. Dazu liegt er auf der Seite und sein Kopf wird erneut soweit in den Nacken gelegt, bis der Hals weit genug ist zum Atmen. Fehlt jedoch die regelmäßige Atmung, wird er flach und hart auf den Rücken gelagert. Nun wird 30x tief und schnell auf die Mitte des Brustkorbst ge-drückt, um seinen Herzschlag zu simulieren. So wird der Sauerstoffmangel in seinem Gehirn wirksam überbrückt, bis der Notarzt eintrifft. Ggf. wird ein "AED" (= automatisierter externer Defibrillator) einge-setzt. Dieses Gerät ist einfach zu handhaben und ermittelt in Sekunden, ob das Herz "flimmert".

U.U. kann dieser Zustand mit dem AED wieder in geordnete Herzaktionen verwandelt werden. Die rich-tige Handhabung soll ebenfalls in geeigneten Kursen erlernt und regelmäßig trainiert werden. Ansonsten stehen solche Geräte z.B. an Münchenr U-Bahnhöfen zur öffentlichen Verwendung neben den Notrufein-richtungen zur Verfügung.